
Unter einem obstruktiven Defäkationssydrom versteht man eine Entleerungsstörung des Enddarms, die durch eine ventrale Rektozele (innere Ausbuchtung des Enddarms nach vorne) oder durch einen inneren Rektumprolaps (ein Teil des Enddarms stülpt sich in sich selbst ein, auch innere rektoanale Intussuszeption genannt) verursacht wird.
Die adäquate Diagnosestellung und Therapie der Entleerungsstörung stellt wegen der vielfältigen Ursachen, der vielschichtigen Ausprägungsform und der differenzierten Behandlungsmöglichkeiten eine Herausforderung dar.
Wichtig ist eine differenzierte Diagnostik, wobei folgende Ursachen ausgeschlossen werden müssen:
Welche Symptome haben Patienten mit ODS?
Welche Veränderungen werden nachgewiesen?
Die ventrale Rektozele gehört zu den häufigsten Veränderungen, die bei der Defäkationsstörung nachgewiesen werden kann. Meist sind Frauen betroffen. Die ventrale Rektozele tritt meist kombiniert mit anderen Beckenbodenfunktionsstörungen auf, so dass die Ursache der Entleerungsstörung in der Regel schwer zu beantworten ist.
Welche Möglichkeiten der Therapie existieren?
Die von Prof. Longo entwickelte Technik der transanalen Resektion des unteren Enddarms (STARR = stapled transanal rectal resection) mit zwei 33mm Zirkularstaplern stellt eine neue Behandlungsmöglichkeit des obstruktiven Defäkationssyndrom (Vorliegen eines inneren Rektumprolaps und ventraler Rektozele) dar. Ziel des Operationsverfahren ist das Wiederherstellen der "normalen" Anatomie, die Wiederherstellung der Kontinuität der rektalen Muskelwand mit Rückgewinnung der normalen Kapazität und Funktion des Rektums sowie die anatomische Korrektur der Rektozele mit Rückbildung der entsprechenden Kolpozele.
Die STARR (stapled transanal rectal resection) – Operation verläuft in folgenden Schritten:
1.![]() Der Afterkanal wird gedehnt und mit einem Instrument bis in den unteren Mastdarm offen gehalten. |
2.![]() Zuerst wird die mehr geschädigte Vorderwand behandelt. Ein Spatel schützt zunächst die Rückwand. Es werden nun im geschädigten Bereich Nähte halbmondförmig angelegt. |
3.![]() Einführen des Klammernahtgeräts |
4.![]() Zuziehen des Klammernahtgeräts |
5.![]() Überprüfung der halbmondförmigen Klammernahtreihe |
6.![]() Nun werden unter Schutz der Vorderwand im Bereich der Hinterwand Nähte halbmondförmig angelegt. |
7.![]() Einführen des 2. Klammernahtgeräts und Zuziehen |
8.![]() Überprüfung der gesamten Klammernahtreihe |
Die postoperative Situation ist auf folgender Abbildung erkennbar:
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Mit freundlichen Genehmigung ©Johnson&Johnson MEDICAL Ethicon Endo-Surgery.