
Auch wenn der Darmkrebs zu den am besten erforschten Krebsarten gehört, sind viele Fragen zur Entstehung, zum Wachstum und zur Metastasierung ungeklärt. Eine Vielzahl von Forschergruppen hat sich weltweit zum Ziel gesetzt, den Darmkrebs noch besser zu erforschen, um seine Entstehung, das Wachstumsverhalten, die Interaktion mit dem umliegenden Gewebe und die Absiedlung in andere Organe besser zu verstehen. Dadurch sollen langfristig bessere Früherkennungsmaßnahmen und Behandlungsmethoden gefunden werden. Durch die Entschlüsselung des menschlichen Genoms (der Erbsubstanz) sind wir möglicherweise zukünftig in der Lage, die Entstehung von Tumoren zu verhindern.

Ansprechpartner:
PD Dr. rer. nat. Klaus-Peter Janssen
Chirurgische Klinik, Klinikum rechts der Isar
Technische Universität München
Ismaninger Str.22
81675 München
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Group / Mitarbeiter:
Alexandra Gnann: +49 (89) 4140-4016
Widya Johannes: +49 (89) 4140-4016
Larissa Keller: +49 (89) 4140-4016
Nicolas Gros: +49 (89) 4140-4016
Melanie Martini: +49 (89) 4140-4016
Dr. med. Matthias Maak: +49 (89) 4140-5886
Dr. Masaki Shibayama: +49 (89) 4140-5886
Ansprechpartner:
PD Dr. med. Robert Rosenberg und PD Dr. rer. nat. Klaus-Peter Janssen
Chirurgische Klinik und Poliklinik, Klinikum rechts der Isar
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Chirurgische Klinik, Klinikum rechts der Isar
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Dr. med. Ralf Gertler
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Dr. med. Matthias Maak
Tel.: +49 (89) 4140-5886
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Dr. med. Beat Künzli
Tel.: +49 (89) 4140-5084
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Dr. med. Florian Liebl
Tel.: +49 (89) 4140-5083
E-Mail: liebl@chir.med.tu-muenchen.de
Dr. med. Ulrich Nitsche
Tel.: +49 (89) 4140-4016
E-Mail: nitsche@chir.med.tu-muenchen.de
Research Focus / Schwerpunkte
Projects & Funding / Projekte & Drittmittelförderung
Publications / Veröffentlichungen
1. Klinische Forschergruppe "Molecular Tumor Biology / Molekulare Tumorbiologie"
Das kolorektale Karzinom (CRC) ist die dritthäufigste Tumorerkrankung und die zweithäufigste Ursache der Krebssterblichkeit in der westlichen Welt. Patienten, bei denen der Tumor in einem frühen, metastasenfreien Stadium entdeckt wird, werden meist ohne Chemotherapie erfolgreich durch einen chirurgischen Eingriff behandelt. Trotz der scheinbar guten Prognose kehrt die Krankheit in 10%-40% der Fälle zurück, und bis zu 50% der Patienten sterben innerhalb von fünf Jahren. Die genaue Kenntnis der veränderten Signalwege, die dieser Tumorerkrankung zugrunde liegen, sollen es unter anderem erlauben, verlässliche Kriterien zu entwickeln, anhand derer man diese Risikogruppe identifizieren kann.
Die klinische Forschergruppe für molekulare Tumorbiologie untersucht die tumorbiologische Rolle der veränderten Signaltransduktion bei Kolorektalkarzinomen, insbesondere die aberrant aktivierten Wnt- und KRAS-Signalwege. Einen weiteren Aspekt der grundlagenorientierten onkologischen Forschung stellt die Immunmodulation der Tumorentstehung dar: wie wird die Progression und Metastasierung von Darmtumoren durch das Immunsystem beeinflusst?
Abbildung: Schaubild veränderte Signalwege in der Entstehung und während des Wachstums eines kolorektalen Karzinoms (die sogenannte Adenom-Karzinom Sequenz):

2. Arbeitsgruppe "kolorektales Karzinom"
Das kolorektale Karzinom stellt die zweithäufigste Krebserkrankung dar. Obwohl die meisten frühen Tumorstadien kurativ operiert werden, entwickeln 20-30% der Patienten ein Tumorrezidiv. Weiterhin lässt sich festhalten, dass die Tumormanifestation zum Diagnosezeitpunkt hinsichtlich Tumorwachstum sowie Metastasierungsverhalten eine erhebliche Variabilität aufweist. Klinisch können lokal wachsende Karzinome Tumoren gegenübergestellt werden, die nur lymphogen oder hämatogen metastasieren. Hämatogene Metastasen wiederum finden sich ausschließlich in der Leber, oder gleichzeitig auch extrahepatisch. Obwohl die genetischen Auslöser der kolorektalen Tumorgenese gut untersucht sind, ist unklar, welche veränderten molekulargenetischen Signalwege diesen höchst unterschiedlichen Verlaufsformen zugrunde liegen.
In den letzten Jahren konnten verschiedene Arbeitsgruppen zeigen, dass molekulare Untersuchungen am kolorektalen Karzinom zur Identifizierung von Prognosegenen oder Schlüsselgenen / -proteinen zum Verständnis von Tumorentstehung, Tumorprogression und Metastasierung stark von Tumorheterogenität beeinflusst werden. Wir kennen heutzutage verschiedene molekulare Pathways, die auf dem Boden unterschiedlicher Mechanismen zur Tumorentstehung führen (zB. Wnt-Signalweg). Es besteht daher großes wissenschaftliches Interesse, unterschiedliche Darmkrebsentitäten zu identifizieren und zu charakterisieren.
Die Chirurgische Klinik verfügt über eine klinische Patientendatenbank von 3.000 Patienten, die in den letzten 25 Jahren aufgrund eines histologisch gesicherten kolorektalen Karzinoms operiert wurden. Dokumentiert sind alle relevanten klinischen und histopathologischen Parameter, etablierte Prognosefaktoren sowie Überlebensdaten. Gleichzeitig ist in dem Institut für Pathologie von den beschriebenen Patienten Tumorgewebe in Form von Frisch- und Paraffingewebe asserviert.
In den letzten Jahren hat die Darmkrebsarbeitsgruppe der Chirurgischen Klinik unter der Leitung von PD Dr. Rosenberg und PD Dr. Janssen in Kooperation mit dem Institut für Pathologie eine Vielzahl von Prognosefaktoren identifizieren können. Nach Durchführung von Genexpressionsprofilen konnten verschiedene bisher funktionell unbekannte Gene, wie z.B. SASH1, MAD2L2 und Osteopontin beschrieben werden. Es wurde die Bedeutung der Telomerregulation am kolorektalen Karzinom sowie die Bedeutung von disseminierten Tumorzellen bei histopathologisch tumorfreien Lymphknoten untersucht. Verschiedene Prognosefaktoren und genetische Veränderungen konnten von der Arbeitsgruppe beschrieben werden und werden in laufenden Projekten untersucht.
Projects & Funding / Projekte & Drittmittelförderung der Klinischen Forschergruppe:
1. SASH1 als Tumorsuppressor beim CRC (DFG, SFB456)
2. Veränderte Signaltransduktion beim CRC
3. Shiga-Toxin B als Targeting-Vektor
4. Immunmodulation der Tumorentstehung
5. Rolle von Tenascin-C/ -W beim CRC
Aktuelle Drittmittelprojekte der Klinischen Forschergruppe und der Arbeitsgruppe:
| Projekttitel | Projektleiter | Förder-einrichtung | Förderdauer | Fördervolumen (Eigenanteil) |
| C2P-based recurrence prediction of colon cancer patients | Rosenberg | Sysmex | 2008-2010 | 80.000 |
| Colorectal Cancer Prognosis Profile | Rosenberg | Agendia | 2008-2010 | 118.000 |
| Prospective study for the assessment of recurrence risk in stage II colon cancer patients using ColoPrint | Rosenberg | Agendia | 2009-2010 | 10.000 |
| Etablierung Cre/LoxP-basierte Mausmodelle für Kolonkarzinome | Janssen / Rosenberg | Sysmex | 2009-2010 | 90.000 |
| Beitrag Interferon-regulierter Chemokine zur Tumorprogression kolorektaler Karzinome | Janssen | Wilhelm-Sander-Stiftung | 2009 | 60.000 |
| Rolle von Tenascin-W bei der Progression von Kolorektalkarzinomen | Janssen | DAAD / INCA Joint transnational research Programm on Cancer | 2009 | 11.000 |
| Die Rolle von SASH1 bei der Entstehung von Kolorektalkarzinomen | Janssen | DFG / SFB456 | 2009-2010 | 186.800 |
Publications / Veröffentlichungen
Letzte 5 Jahre:
Gertler R, Rosenberg R, Schuster T, Friess H.Defining a high-risk subgroup with colon cancer stages I and II for possible adjuvant therapy. Eur J Cancer. 2009 Aug 12. [Epub ahead of print] IF 4,5
Rosenberg R, Friess H. Re: Should Total Number of Lymph Nodes be Used as a Quality of Care Measure for Stage III Colon Cancer? Wang J et al. Ann Surg 2009; 249: 559-563. Ann Surg 2009 accepted IF 8,5
Gertler R, Rosenberg R, Feith M, Schuster T, Friess H. Pouch versus No Pouch following Total Gastrectomy: Meta-analysis & Systematic Review. Am J Gastroenterol 2009 Aug 11. [Epub ahead of print] IF 6,4
Friederichs J, v Weyhern C, Rosenberg R, Doll D, Busch R, Lordick F, Siewert JR, Sarbia M. Immunohistochemical detection of receptor tyrosine kinases c-kit, EGF-R, and PDGF-R in colorectal adenocarcinomas. Langenbecks Arch Surg. 2009 Mar 12. [Epub ahead of print] IF 1,6
Doll D, Gertler R, Maak M, Friederichs J, Becker K, Geinitz H, Kriner M, Nekarda H, Siewert JR, Rosenberg R. Impact of Reduced Lymph Node Yield in Patients with Rectal Carcinoma after Neoadjuvant Radiochemotherapy. W J Surg 2009; 33: 340-347 IF 2,6
Fre, S, P Kshetrapal, M Huyghe, M Lae, KP Janssen, S Robine, S Artavanis-Tsakonas and D Louvard. Notch and Wnt Signals Cooperatively Control Cell Proliferation and Tumorigenesis in the Intestine. PNAS (2009) 106:6309-14. IF 9.6
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Mueller, JM, FC Gaertner, B Blechert, KP Janssen, and M Essler. Targeting of tumor blood vessels: a phage displayed tumor-homing peptide specifically binds to MMP2-processed collagen IV and blocks angiogenesis in vivo. Mol. Cancer Res. (2009) 7:1078-85. IF 4.3
Gaertner, FC, F Rohde, J Mueller, B Blechert, KP Janssen, and M Essler. Endogenous Expression of the Sodium Iodine Symporter mediates Uptake of Iodide in Murine Models of Colorectal Carcinoma. Int J Cancer (2009) Jun 30. [Epub ahead of print] IF 4.6
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Rosenberg R, Herrmann K, Gertler R, Essler M, Friederichs J, Lordick F, Becker K, Schuster T, Geinitz H, Astner S, Schwaiger M, Siewert JR, Krause BJ. The Predictive Value of Early and Late Metabolic Response to Preoperative Radiochemotherapy in Locally Advanced Rectal Cancer Measured by PET/CT. Int J Colorectal Dis 2009; 24: 191-200. Epub 2008 Dec 3 IF 1,8
Hüser N, Michalski CW, Erkan M, Schuster T, Rosenberg R, Kleef J, Friess H. Systemic review and met-analysis of the role of defunctioning stoma in low rectal cancer surgery: Is it needed? Ann Surg 2008, 248: 52-60 IF 8,5
Gertler R, Doll D, Maak M, Feith M, Rosenberg R. Telomere Length and Telomerase Subunits as diagnostic and prognostic biomarkers in Barrett’s Carcinoma. Cancer. 2008; 112: 2173-2180 IF 5,2
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Nordlinger B, Sorbye H, Glimelius B, Poston GJ, Schlag PM, Rougier P, Bechstein WO, Primrose JN, Walpole ET, Finch-Jones M, Jaeck D, Mirza D, Parks RW, Collette L, Praet M, Bethe U, Van Cutsem E, Scheithauer W, Gruenberger T; EORTC Gastro-Intestinal Tract Cancer Group; Cancer Research UK; Arbeitsgruppe Lebermetastasen und –tumoren der Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft Onkologie (ALM-CAO); Australasian Gastro-Intestinal Trials Group (AGITG); Fédération Francophone de Cancérologie Digestive (FFCD).
Collaborators: Hohenberger W, Iveson T, Karner J, Levi J, Hugh T, De Greve J, Chan A, Davidson B, Lindnér P, Peeters M, Stein B, Diamond T, Ducreux M, Lasser P, Graeven U, Paillot B, Doran J, Gouillat C, Iesalnieks I, Jauch KW, Jagot-Lacoussiere P, Jansen RL, Koehne H, Konopke R, Otto F, Sherlock D, Van Hazel G, Ackland S, Bedenne L, Bories E, Clavero-Fabri MC, Conroy T, Kaminsky-Forrett MC, Husseini F, Karapetis C, Müller L, Price T, Rosenberg R, Schott J, Tschmelitsch J, Van Laethem JL, Wals J, Weimann A, Arnaud JP, Arsene D, Auby D, Bhattacharya S, Cebon E, Cherqui D, Confente C, Dousset B, Frickhofen N, Frilling A, Evan P, Ganju V, Höffken K, Lazorthes F, Letoublon C, Madroszyk A, Nitti D, Orr B, Pariente EA, Pector JC, Raoul JL, Rees M, Ridwelski K, Rouanet P, Toogood GJ, Vergauwe P, Wilke HJ, Kaplan R, Horiot JC, Littbrand B, Awada A, Stenning S, Lejeune F.
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Abal M, Obrador-Hevia A, Janssen KP, Casadome L, Menendez M, Carpentier S, Barillot E, Wagner M, Ansorge W, Moeslein G, Fsihi H, Bezrookove V, Reventos J, Louvard D, Capella G, Robine S. APC inactivation associates with abnormal mitosis completion and concomitant BUB1B/MAD2L1 up-regulation. Gastroenterology. (2007) 132:2448-58.
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Bembenek A, Rosenberg R, Wagler E, Gretschel S, Sendler A, Siewert JR, Nährig J, Witzigmann H, Hauss J, Knorr C, Dimmler A, Gröne J, Buhr HJ, Haier J, Herbst H, Tepel J, Siphos B, Kleespies A, Koenigsrainer A, Stoecklein NH, Horstmann O, Grützmann R, Imdahl A, Svoboda D, Wittekind C, Wernecke KD, Schlag PM. Sentinel Lymph Node Biopsy in Colon Cancer: a Prospective German Multicenter Trial. Ann Surg 2007, 245: 858-863 IF 7,5
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