
Die Colitis ulcerosa ist die "Schwesterkrankheit" des M. Crohn. Entstehungsmechanismen, Altersverteilung, Häufigkeit und auch die Symptome sind ähnlich wie beim M. Crohn. Insgesamt leidet etwa jeder Tausendste Deutsche an Colitis ulcerosa oder M. Crohn.
Neben den Gemeinsamkeiten beider Erkrankungen gibt es eine Reihe von Kriterien anhand derer das Team von Chirurgen, Internisten, Radiologen und Pathologen die beiden Erkrankungen unterscheiden können:
Die behandelnden Ärzte müssen also die Summe dieser Befunde und ganz besonders Ihre Symptome sowie das Ansprechen auf bestimmte Medikamente zur Diagnostik heranziehen. Dies setzt eine sehr gute Zusammenarbeit des Ärzteteams voraus, ebenso eine gewisse Erfahrung mit diesen nicht sehr häufigen Erkrankungen.

Prinzipiell ist die medikamentöse Behandlung ähnlich zu der des M. Crohn. Nach klassischem Verständnis steht dasselbe Stufenprogramm an Medikamenten zur Verfügung wie beim M. Crohn. Allerdings sind die 5-ASA-Präparate und Cyclosporin bei der Colitis ulcerosa stärker wirksam als beim M. Crohn, bei dem umgekehrt die Therapie mit TNF-alpha-Antikörpern aussichtsreicher ist. Für die regelmäßige Therapie mit 5-ASA-Präparaten ist eine Verringerung der Häufigkeit des Dickdarm-Krebses nachgewiesen.
Neben der o.g. prophylaktischen Wirkung von 5-ASA-Präparaten sollte nach 10-jährigem Verlauf einer C. ulcerosa eine jährliche Dickdarmspiegelung mit Proben-Entnahme durchgeführt werden. Unter diesen Voraussetzungen kann mit hoher Wahrscheinlichkeit ein fortgeschrittener Darmkrebs verhindert werden, da die Veränderungen dann rechtzeitig am Übergang zum bösartigen Stadium bzw. in sehr frühen Krebs-Stadien erkannt werden.
Hierfür gibt es bei der C. ulcerosa mehrere Gründe:
Werden hochriskante Vorläufer-Veränderungen oder ein früher Darmkrebs erkannt, muß umgehend operiert werden. Unabhängig vom Nachweis bösartiger Veränderungen sollte im Falle einer unbefriedigenden Wirkung der medikamentösen Therapie oder bei nicht akzeptablen Nebenwirkungen ein operatives Vorgehen diskutiert werden.
Ein ganz entscheidendes Wort spricht hierbei natürlich der Patient mit, da nach unserem Verständnis die Therapie der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) eine individuelle und Patienten-orientierte ist. Auch jüngste genetische Daten belegen, dass fast "jeder Patient seine eigene CED" hat. Um diesen vielseitigen Herausforderungen einer Patienten-orientierten Diagnostik und Therapie gerecht zu werden, steht in unserer Klinik eine vertrauensvolle und langfristig eingespielte Zusammenarbeit von Chirurgen, Internisten, Endoskopikern, Radiologen, Ernährungsmedizinern, Naturheilkundlern, Psychosomatikern und Plastischen Chirurgen im Vordergrund. Teil dieses Konzepts sind gemeinsame Sprechstunden und ein regelmäßiges Arzt-Patientenseminar.